Wie theologisch ist das Alumneum?

Alabasterfenster

Es ist auch heute noch sichtbar (beispielsweise an der Hausbibliothek), dass das Alumneum ursprünglich ausschliesslich für Theologiestudenten bestimmt war. Seit mehr als fünfzig Jahren leben aber Studierende aller Fakultäten im Alumneum. Der grosse Umbau von 1972 hat schliesslich auch die Aufnahme von Studentinnen möglich gemacht.

Das Haus bleibt geprägt von seiner historischen Nähe zur Theologischen Fakultät und zur reformierten Kirche. Die Heimleitung wird derzeit von einem reformierten Pfarrer und einer Religionslehrerin wahrgenommen; ausserdem ist der prozentuale Anteil an Theologiestudierenden im Haus deutlich höher als an der Universität insgesamt.

Wird ein religiöses Bekenntnis verlangt?

Theologische Fragen sind also ein Gesprächsgegenstand. Doch damit verbindet sich nicht die Erwartung, alle Alumnen müssten den christlichen Glauben teilen oder gar einer bestimmten Konfession angehören. Wir bekennen uns im Gegenteil zur Diversität im Blick auf die kulturelle Prägung, die religiöse Beheimatung, die sexuelle Orientierung.

Die einzelnen Alumnen bringen unterschiedliche weltanschauliche Prägungen und Überzeugungen mit. Sie haben unterschiedliche Interessen, Gewohnheiten, Vorlieben und Fähigkeiten. Diese Unterschiede betrachten sie nicht als Problem, sondern sie respektieren sie und sehen darin eine Chance, im geschützten Rahmen des Hauses voneinander zu lernen, das Eigene kritisch zu überdenken, Neues zu entdecken, den eigenen Horizont weiter werden zu lassen.

Die Alumnen sehen und verstehen Gott, die Welt und sich selbst auf sehr unterschiedliche Weise. Wenn jemand damit Mühe hat, dann ist das Alumneum vermutlich kein guter Wohnort für sie oder ihn.